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Bildungsstreik zu einseitig - RCDS sieht dennoch Entwicklungsbedarf am Campus Thüringen (vom 19.11.2009)
In dieser Woche finden auch in Thüringen so genannte Bildungsstreiks statt. Der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) Thüringen sieht Verbesserungsbedarf bei der Umsetzung der Bologna-Reform, kritisiert aber die inhaltliche Einseitigkeit und den aufkommenden Krawallcharakter der laufenden Proteste. Der Landesvorsitzende des RCDS Thüringen, Thomas Hindelang, erklärt dazu: „Ich wünsche mir, dass wir Bildungsthemen sachlich diskutieren und nicht versuchen, mit störenden Blockadeaktionen nach bloßer Aufmerksamkeit zu heischen. Mit den Besetzungen des Audi Max der Uni Erfurt und eines Hörsaals der Uni Jena ist diese Grenze überschritten worden. Damit schaden die vermeintlichen Streiter studentischer Interessen nur den Studenten selbst.“ Die Kritik am Bologna-Prozess ist nach Meinung des RCDS zum Teil richtig. Häufig wird versucht, zu viel Lehrstoff in zu kurzer Zeit zu vermitteln. Die Folge ist Studienstress, der auch überfordern kann. Hier müssen die Hochschulen nachbessern. Probleme sieht der RCDS auch bei der personellen Besetzung der Hochschulen. Hindelang dazu: „Jede sechste Professorenstelle ist immer noch unbesetzt. Darüber hinaus krankt es an einem zu „schlanken“ akademischen Mittelbau. Diese Situation wirkt sich negativ auf die Betreuungsrelationen an unseren Hochschulen aus.“ Und Hindelang weiter: „Negativ ist auch, dass sich Politik und Hochschulleitungen gegenseitig die Verantwortung für die Mängel am Bologna-Prozess zuschieben. Hier muss im Sinne der Studenten besser zusammengearbeitet werden.“ Dennoch sieht der RCDS auch Fortschritte bei der Umsetzung der Bologna-Reform: „Die Streikenden betreiben zu sehr Schwarz-Weiß-Malerei. Es gibt auch Thüringer Erfolgsbeispiele: Der Uni Erfurt ist es gelungen, in den meisten Fächern ein vernünftiges Studienprogramm auf die Beine zu stellen. Hier können sich andere Hochschulen einiges abschauen“, sagte der Vorsitzende abschließend.
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